*

Gudrun’s Reiseberichte mit Fotos

 

VENEDIG 2009

2. Tag - Mittwoch, 01. April 2009

1. Teil

 

Dogenpalast, Piazza San Marco und San Marco

 

Früh morgens ist noch alles ruhig am Markusplatz

 

 

Manchmal muss man früh aufstehen, damit man bestimmte Sehenswürdigkeiten auch in Ruhe besichtigen kann. Den Dogenpalast (Palazzo Ducale) sollte man gleich früh morgens besuchen, noch ehe die Reisegruppen vom Festland kommen und alles verstopfen. Wir waren gleich um 09.00 Uhr da und hatten Ruhe und Zeit alles selbst zu erkunden. Leider (oder vielleicht auch besser so!) ist in den Prunkräumen das Fotografieren nicht erlaubt.

 

 

 

Im Dogenpalast bekommt man eine andere Sichtweise auf den Campanile.

 

Einen Rundgang durch den Dogenpalast haben wir natürlich auch gemacht. Die Regierungsräume befanden sich, wie alle Wohnräume und Repräsentationsräume in Venedig, im ersten Stock. Die Treppenhäuser sind großzügig angelegt und wie der Name „Scala d’Oro“ (Goldtreppe) schon sagt, großzügig ausgestaltet. Der riesige Sala del Magior Consiglio nimmt fast die gesamte Fläche der Südseite ein. Für mich am beeindruckendsten in diesem Raum das riesige Gemälde (7x22m) von Jacopo Tiepolo „Das Paradies“. Nach dem Rundgang durch die vielen Prunkräume gelangt man dann auch ins Gefängnis, das sich unmittelbar anschließt.

 

 

 

Die Seufzerbrücke verbindet den Dogenpalast

mit dem neuen Gefängnis.

Der Gefängnishof des „Prigione Nuove

 

 

 

Venedig war für sein Gefängnis berühmt. Im Dogenpalast untergebracht waren die berüchtigten „19 Pozzi“, feuchte, kalte und dunkle Räume unter dem Niveau des Wassers. Unter dem bleigedeckten Dach des Dogenpalastes befanden sich „7 Piombi“, die berüchtigten Bleikammern von Venedig, aus denen es angeblich kein Entkommen gab. Allerdings ist dem berühmtesten Gefangenen, Giacomo Casanova, 1756 dann doch die Flucht gelungen, indem er über das Dach des Nachbargebäudes geklettert ist. Leider konnten wir die Zellen des alten Gefängnis mit den Bleikammern aber nicht besichtigen.

 

 

Diesen letzten Blick in die Freiheit konnten die Verurteilen werfen, wenn sie über die Seufzerbrücke

(Ponte die Sospici) ins neue Gefängnis auf der anderen Seite des Rio del Palazzo gebracht wurden.

 

Die Treppe der Giganten (Scala dei Giganti) führte zu den Wohnräumen des Dogen

 

Die „Giganten“ – Mars und Neptun – empfangen die Besucher streng bewacht vom Löwen.

 

Die Außenfassade des Dogenpalastes zur Piazzetta San Marco.

Die beiden dunkleren Säulen (Mitte) haben eine besondere Bedeutung

– zwischen ihnen wurden die Todesurteile verkündet.

 

 

Die „Porte della Carta“, das Papiertor, ist der Zugang zum Innenhof des Dogenpalastes (heute nur noch der Ausgang). Über dem Tor der Doge Francesco Foscari mit dem Löwen.

 

Das Kapitell neben dem Tor stellt eine biblische Szene (Das Urteil des Salomo) dar. Die Figuren sind sehr filigran ausgearbeitet.

 

 

An der Ecke zur Markusbasilika befinden sich diese vier römischen Tetrarchen aus Porphyr.

Entstanden ist die Skulptur im 4. Jahrhundert in Ägypten. Dargestellt sein sollen Kaiser Diokletian und seine drei Mitregenten. Nach Venedig kam die Statue mit einem Beutezug aus Konstantinopel.

 

 

 

Die Piazzetta San Marco – am Vormittag gibt es noch nicht so viele Besucher

Die Säulen waren, wie so vieles andere in Venedig auch, Kriegsbeute und wurden mit dem Schiff nach Venedig gebracht. Dabei stürzte leider eine der ursprünglich drei Säulen in den Kanal und konnte nicht mehr geborgen werden.

Zwischen den beiden Säulen fanden immer die Hinrichtungen öffentlich statt – u.a. wurde hier Bajamonte Tiepolo als Verschwörer  hingerichtet.

 

 

 

Die beiden Säulen auf der Piazzetta San Marco werden von den beiden Stadtheiligen gekrönt:

Marco (dargestellt als Markuslöwe) und Todaro (Theodorus, der den Drachen besiegt hat)

 

 

Die Quadriga auf der Galerie von San Marco. Heute sind es nur noch Nachbildungen, die Originale stehen im Innern der Kirche, die stolz auf die Piazza San Marco herunterschauen. Die Quadriga kam im 13. Jahrhundert nach Venedig – Kriegsbeute aus Konstantinopel. Die Pferde symbolisieren die Macht des venezianischen Staates und deshalb schickte Napoleon nach seiner Machtergreifung die Pferde 1797 auch nach Paris. 1815 kehrten sie dann aber wieder an ihren angestammten Platz zurück.

Das Innere der Kirche haben wir uns natürlich auch angesehen, aber ich finde diese Kirche einfach nur bedrückend und mit ihren alles bedeckenden Goldmosaiken überladen. Es gibt für mich wesentliche schönere Kirchen.

 

 

Von der Galerie von San Marco hat man einen sehr schönen Überblick und sicher auch deshalb

war die Galerie früher dem Dogen und seinem Gefolge vorbehalten.

 

Der Campanile von San Marco und der Torre dell’Orologio, der Uhrturm, der schon seit dem 15. Jahrhundert die Zeit

digital anzeigt. Die beiden Mohren aus Bronze auf dem Turm schlagen immer zur vollen Stunde.

Durch das große Tor gelangt man in die Merceria, die schmale Einkaufsmeile von Venedig.

 

Der Markuslöwe auf dem Torre dell’Orologio steht vor einem blauen Sternenhimmel.

 

Blick auf die Piazza San Marco und die Alten Prokuratien,

dem ehemaligen Amtssitz der Prokuratoren (Verwaltung) von Venedig.

 

 

 

„Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatze steht,

der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot.“

 

Franz Grillparzer – Tagebuch einer Reise nach Italien

 

 

 

Gudrun Kauck 2009

 

 

>>> hier geht es weiter mit dem 2. Teil vom 01.04.2009

 

>>> zurück zur Übersichtsseite „Venedig 2009“

 

 

Copyright © der Fotos auf dieser Seite bei http://www.gudrun-kauck.de/ und http://www.susanne-kauck.de/

Download und Weiterverwendung nicht gestattet !

Bei der benutzten Straßenkarte handelt es sich um ein „antikes“ Stück aus den 1970-ern, das über keinerlei © verfügt.